KI-Bewerbungsfoto in der Schweiz: die Anbieter im Vergleich
Zwölf Anbieter mit Preis in CHF, Bildzahl, Uploads, Löschfrist und Rückerstattung. Mit Quelle, Abrufdatum und den eigenen Schwächen.
Wer in der Schweiz nach einem KI-Bewerbungsfoto sucht, landet auf deutschen Seiten. In einer Auswertung der Google-Treffer vom 14.09.2026 steht für die Suche nach ki bewerbungsfoto unter den ersten zwanzig Ergebnissen keine einzige Schweizer Adresse. Umgekehrt arbeitet unter den Treffern zu bewerbungsfoto schweiz kein einziger Anbieter mit KI. Die beiden Hälften der Frage kommen im Netz nicht zusammen.
Dieser Artikel stellt zwölf Anbieter nebeneinander, mit Preis in Franken, Zahl der gelieferten Bilder, Zahl der nötigen Uploads, Lieferzeit, Löschfrist und der Bedingung, unter der es das Geld zurückgibt. Alle Angaben stammen vom 14.09.2026 und sind einzeln verlinkt. Wo eine Zahl nicht belegbar war, steht das auch so da.
Offenlegung: wir stehen selbst in dieser Tabelle
Diese Seite verkauft acht KI-Bewerbungsfotos für CHF 8.90. Wir sind damit einer der verglichenen Anbieter, und wir sitzen in der ersten Zeile der Tabelle. Das ist ein Interessenkonflikt, und es wäre unredlich, ihn kleinzuschreiben.
Wir gehen deshalb so damit um: Jede Zahl über einen Mitbewerber stammt aus dessen eigener Preis- oder Rechtsseite und ist verlinkt, sodass Sie sie in einer Minute nachprüfen können. Kritik an anderen Anbietern steht nur dann hier, wenn sie aus einer datierten Quelle stammt, und Kundenstimmen sind als solche gekennzeichnet, nicht als unser Urteil. Unsere eigenen Schwächen stehen weiter unten in einem eigenen Abschnitt, mit vier Punkten, die gegen uns sprechen.
Die Zahlen in diesem Artikel sind entstanden, bevor es das Produkt gab. Wir mussten wissen, was der Markt verlangt, um einen Preis festzulegen. Dass daraus ein Artikel wurde, liegt daran, dass es diesen Vergleich für die Schweiz sonst nicht gibt.
Was der Markt gerade kostet
Für die Preisspanne wurden vierzehn Anbieter mit ihrem jeweils günstigsten regulären Einstiegspaket erfasst. Sie reicht von CHF 4.70 bis CHF 55.65, der Median liegt bei rund CHF 27. Umgerechnet wurde zu den EZB-Referenzkursen vom 14.09.2026, also 1 USD zu 0.81647 CHF und 1 EUR zu 0.9431 CHF.
Der Vergleichswert auf der anderen Seite: Bei fünfzehn geprüften Schweizer Fotostudios liegt der Median für das Einstiegspaket bei CHF 95, die Spanne bei CHF 39 bis CHF 450. Der Preiskampf zwischen KI und Fotostudio ist damit entschieden, und zwar so deutlich, dass er als Kaufargument nichts mehr hergibt. Was die Anbieter unterscheidet, sind die fünf Punkte weiter unten, nicht der Preis. Die ausführliche Kostenaufstellung inklusive Automat und Drogerie steht im Artikel zu den Kosten eines Bewerbungsfotos in der Schweiz.
Die Vergleichstabelle
Alle Angaben abgerufen am 14.09.2026. Preise in CHF, umgerechnet zu den oben genannten Kursen. Gezeigt wird jeweils das günstigste reguläre Paket. Wo eine Angabe auf der Anbieterseite fehlt oder die Seite den Zugriff sperrte, steht "unbestätigt", und zwar auch dann, wenn eine Zahl in der Presse kursiert.
| Anbieter | Land | Preis CHF | Bilder | Uploads | Lieferzeit | Löschfrist | Rückerstattung | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dossierfoto (diese Seite) | CH | 8.90 | 8 | 1 | rund 1 Minute | Original sofort nach Auslieferung, fertige Bilder nach 14 Tagen | 14 Tage, ohne Begründung, auch nach dem Herunterladen | /preis |
| Real Fake Photos | CH | 9.40 (EUR 9.99) | 40 | 10 bis 20 | 4 Stunden | Selfies nach 3 Stunden | Geld-zurück-Garantie beworben, Bedingung unbestätigt | realfakephotos.com |
| jobfoto.ch | CH | 19 / 29 / 39 | unbestätigt | unbestätigt | 15 Minuten | unbestätigt | unbestätigt | jobfoto.ch |
| FormalFrame | CH | unbestätigt, Website sperrt den Zugriff (HTTP 403) | über hundert (Presseangabe) | 10 bis 15 (Presseangabe) | rund 90 Minuten (Presseangabe) | unbestätigt | unbestätigt | 20min.ch |
| ProfileBakery | DE, mit CH-Anspruch | rund 22.60 (ab EUR 24), unbestätigt | rund 30, unbestätigt | unbestätigt | unter 15 Minuten (Eigenaussage) | unbestätigt | unbestätigt | profilebakery.com |
| Bewerbungsbild24 | DE | 27.35 (EUR 29) | 40 | 5 bis 10 | 1 Stunde | nicht angegeben | unbestätigt | bewerbungsbild24.de |
| Profilfoto KI | DE | 4.70 (EUR 4.99) bzw. 27.35 (EUR 29) | 2 bzw. 12 | "ein paar" Selfies | rund 2 Minuten | 90 Tage | unbestätigt | profilfoto-ki.de |
| MeinBewerbungsfoto | DE | 28.30 (EUR 29.99) | 40 | nicht angegeben | 1 Stunde | nicht angegeben | unbestätigt | meinbewerbungsfoto.de |
| HeadshotPro | US/NL | 23.70 (USD 29) | 30 | "a few selfies" | rund 2 Stunden | "used once, then deleted" | ein Gratis-Neuversuch inbegriffen, Dauer der Auszahlung unbestätigt | headshotpro.com |
| Aragon AI | US | 28.60 (USD 35) | 40 | "a few photos" | 30 Minuten | nicht angegeben | kein Anspruch nach dem Herunterladen, Frist 14 Tage | aragon.ai |
| BetterPic | EU | 28.60 (USD 35) | 20 in einem Stil | 8 bis 12 | 2 Stunden | höchstens 30 Tage nach Lieferung | nur innert 7 Tagen und nur solange die Berechnung nicht gestartet ist | betterpic.io |
| Dreamwave | US | 28.60 (USD 35) | 40 | 1 | 2 Stunden | 30 Tage automatisch | kein Anspruch nach dem Hochladen | dreamwave.ai |
Drei Dinge fallen an dieser Tabelle auf, bevor man über Bildqualität redet.
Erstens: Die Spalte "Löschfrist" ist die leerste. Sieben von zwölf Anbietern machen dazu keine überprüfbare Angabe, und die beiden Schweizer Anbieter FormalFrame und jobfoto.ch gehören dazu. Wer sein Gesicht hochlädt, erfährt in der Mehrzahl der Fälle nicht, wie lange es liegen bleibt.
Zweitens: Die Spalte "Rückerstattung" liest sich auf den Werbeseiten anders als in den Rechtstexten. Drei Anbieter werben mit einer vollen Garantie und schränken sie im Nebendokument wieder ein.
Drittens: Zwischen der Zahl der gelieferten Bilder und dem Preis gibt es kaum einen Zusammenhang, zwischen der Zahl der nötigen Uploads und dem Preis erst recht nicht.
Preis und Upload-Hürde, nebeneinander gelegt
Unten links ist es am bequemsten: wenig Geld, ein Bild. Dreamwave beweist, dass ein einziges Selfie technisch genügt, und verlangt dafür CHF 28.60. Real Fake Photos ist billig und verlangt zehn bis zwanzig Selfies. Beide Wege enden bei einem Bewerbungsfoto, aber sie verlangen Unterschiedliches von Ihnen.
An der Upload-Zahl hängen zwei Dinge. Sie bestimmt, ob man die Sache an einem Dienstagabend erledigt oder auf das nächste Wochenende verschiebt. Und sie bestimmt, wie viele Bilder des eigenen Gesichts auf einem fremden Server landen.
Fünf Kriterien, an denen sich die Anbieter unterscheiden
Die Werbeseiten der Branche vergleichen sich über Bildzahl, Stilzahl und Auflösung. Die kritischen Kundenbewertungen handeln von etwas anderem. Die folgenden fünf Punkte stammen aus einer Auswertung von 219 kritischen Trustpilot-Bewertungen zu vierzehn Anbietern, ausgewertet am 14.09.2026.
Ähnlichkeitstreue: sieht das Bild noch nach Ihnen aus
Das ist der mit Abstand häufigste Beschwerdegrund, 48 von 219 kritischen Bewertungen. Er tritt bei jedem geprüften Anbieter auf. Eine Nutzerstimme bringt es auf den Punkt:
"The result is terrible. You see a lot of you, but it isn't you."
Remy Hurx über HeadshotPro, Trustpilot, 24.05.2025. Das ist eine Kundenmeinung, keine Feststellung von uns, und sie stammt aus einer Minderheit: HeadshotPro steht bei 4.7 von 5 bei über 3500 Bewertungen. Genau deshalb sind die kritischen Stimmen brauchbar, sie beschreiben die Fehlerarten, nicht die Stimmung.
Der technische Grund dahinter ist für alle Anbieter derselbe. Wer ein personenspezifisches Modell auf acht bis zwanzig Fotos trainiert, mittelt über alle diese Bilder. Was herauskommt, ist eine plausible Person, die Ihnen ähnelt. Eine Berufsfotografin nennt das Ergebnis "the 'almost you' face". Für ein Bewerbungsfoto verfehlt das den Zweck: Sie sitzen später im Gespräch und sehen anders aus als auf dem Bild.
Die Schweizer Personalberatung Robert Half formuliert die Folge aus Arbeitgebersicht so, Stand Mai 2025:
"Recruiter:innen berichten, dass allzu perfekte Fotos schnell als künstlich entlarvt werden und im Zweifel eher Skepsis als Begeisterung auslösen."
Woran man die typischen Fehler erkennt, vom Halo an der Haarkante bis zum zweiten Knopf, wo nur einer hingehört, steht im Artikel Woran man ein schlechtes KI-Bewerbungsfoto erkennt.
Trefferquote: wie viele der gelieferten Bilder Sie wirklich brauchen können
Für eine Bewerbung braucht man ein Bild. Verkauft werden 30 bis 240. Zu vergleichen wäre deshalb der Anteil, den man am Ende verwenden würde, und nicht die Paketgrösse.
Genau diese Zahl nennt fast niemand. Real Fake Photos ist die Ausnahme und schreibt auf der eigenen Startseite, typischerweise seien mehr als 20 der über 40 erzeugten Bilder sehr gut, also rund die Hälfte. Der Gründer von Photo AI, Pieter Levels, nannte in einem Interview drei von vier Bildern "good enough" und eines von zehn "exceptional".
In den kritischen Bewertungen fallen die Werte deutlich tiefer aus: ein brauchbares Bild aus vierzig, acht aus hundert. Aber auch in Fünf-Sterne-Bewertungen tauchen Quoten von 20 bis 45 Prozent auf. Das Muster ist auffällig: Die Zufriedenen sind fast durchweg die, die vorher wussten, dass der grössere Teil Ausschuss ist.
Daraus folgt eine unbequeme Rechnung. Vierzig Bilder zu CHF 9.40 sind nicht "24 Rappen pro Bild", sondern bei hälftiger Trefferquote rund 47 Rappen, und bei einer Quote von einem aus vierzig sind es CHF 9.40 für ein Bild. Die Paketgrösse ist ein Preisargument, das mit der Auswahlarbeit bezahlt wird, und diese Arbeit erledigen Sie.
Zahl der nötigen Uploads
Acht bis zwanzig Selfies sind bei den meisten Anbietern Voraussetzung, weil das Verfahren ein eigenes Modell auf Ihrem Gesicht trainiert. Das kostet Zeit, und es scheitert regelmässig an der Bildprüfung. Eine Nutzerstimme dazu:
"The process of uploading pictures was rather frustrating. I had to upload about 20 to get 6 that they would accept."
Michael über Aragon AI, Trustpilot, 03.09.2026, ebenfalls eine Kundenmeinung.
Der Markt bewegt sich Richtung weniger Uploads, aber ungleichmässig. Dreamwave kommt bei Einzelpersonen mit einem Selfie aus, Real Fake Photos als günstigster Schweizer Anbieter verlangt zehn bis zwanzig. Wer wenig Material herausgeben will, hat bei der Anbieterwahl also etwas zu entscheiden.
Rückerstattungsbedingung, und wo sie wirklich steht
Hier klaffen Werbung und Rechtstext am weitesten auseinander. Drei Beispiele, jeweils aus den Rechtstexten der Anbieter selbst, abgerufen am 14.09.2026:
- Aragon AI wirbt mit "100 % refund". Die Refund Policy hält fest: "downloading your photos is considered as using your product". Nach dem Herunterladen gibt es also keinen vollen Anspruch mehr, die Frist beträgt 14 Tage.
- BetterPic wirbt mit "100% money-back guarantee". Die Bedingung auf der eigenen Seite: "BetterPic refunds purchases made within the last 7 days provided training has not started". Die Berechnung startet kurz nach dem Kauf.
- Dreamwave schreibt auf der Preisseite: "After you upload your photos, our app immediately begins creating your photoshoot, at which point it is too expensive for us to refund."
Alle drei Sätze sind Zitate aus den Anbieterdokumenten, nicht aus Bewertungen. Was das praktisch bedeutet, beschreibt eine Kundenstimme:
"I wasted my money for free, and I could not get a refund because I had downloaded the images already."
Max über BetterPic, Trustpilot, 26.03.2026, Kundenmeinung.
Vor dem Kauf lohnt sich deshalb eine einzige Frage: Welches Ereignis beendet den Anspruch? Üblich sind drei Auslöser, das Hochladen, der Start der Berechnung und das Herunterladen. Alle drei liegen vor dem Moment, in dem Sie das Ergebnis beurteilen können.
Datenschutz und Herkunftsland
Ein Porträt ist nach Schweizer Recht ein Personendatum, sobald die Person erkennbar ist. Das schreibt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte auf seiner Seite zum Umgang mit Fotos. Ein besonders schützenswertes Datum wird daraus erst, wenn ein technisches Verfahren zur eindeutigen Identifizierung dazukommt, etwa ein Gesichtsabgleich.
Vor dem Kauf hilft eine einfachere Frage weiter: Wo liegt das Bild, und wie lange? Die Antworten der geprüften Anbieter:
- Dreamwave: "US-East (Virginia) Only", Löschung nach 30 Tagen.
- BetterPic: Dienstleister "most of them located in the EU", Löschung spätestens 30 Tage nach Lieferung.
- Profilfoto KI: Server in Deutschland, automatische Löschung nach 90 Tagen.
- HeadshotPro: kein Standort genannt, Fotos würden einmal verwendet und dann gelöscht.
- Aragon AI: kein Standort genannt, keine Frist genannt.
- Real Fake Photos, Schweiz: kein Standort genannt, Selfies würden nach drei Stunden gelöscht.
Kein Anbieter wirbt mit Datenhaltung in der Schweiz
Von zwölf geprüften Anbietern wirbt am 14.09.2026 kein einziger damit, dass die Bilder in der Schweiz berechnet oder gespeichert werden. Auch die beiden Schweizer Anbieter nicht: Real Fake Photos nennt keinen Serverstandort und rechnet in Euro ab, FormalFrame sperrt den automatisierten Zugriff auf die eigene Website und macht auch sonst keine Angabe.
Bei einem Schweizer Anbieter, der in Euro abrechnet, endet die Lokalisierung bei der Rechtsform. Für Schweizer Kundinnen und Kunden kommt bei einer Euro- oder Dollar-Belastung ausserdem der Fremdwährungsaufschlag der eigenen Karte dazu, der auf keiner Preisseite auftaucht.
Der Grund für die Lücke ist ökonomisch, nicht bösartig. Grafikkarten-Rechenzeit in der Schweiz ist teurer, und ein Markt mit 8.8 Millionen Einwohnern rechtfertigt für einen US-Anbieter keine eigene Region. Wer ihn schliessen will, muss klein und schweizerisch genug sein, dass es sich lohnt.
Das deutlichste Marktsignal steht auf einer Fotostudio-Seite. CV Pics, die grösste auf Bewerbungsfotos spezialisierte Schweizer Studiokette mit Standorten in Zürich, Bern, Basel, Luzern und St. Gallen, führt in der eigenen Leistungsnavigation einen Punkt "KI Bewerbungsfotos". Er verlinkt auf profilebakery.com, also auf einen deutschen KI-Anbieter (Stand 14.09.2026). Wer in der Schweiz den grössten Kundenstamm für Bewerbungsfotos hat, hat den KI-Teil also eingekauft und nicht gebaut.
Die Schweizer Anbieter im Einzelnen
Real Fake Photos ist der einzige Schweizer Anbieter mit einer öffentlichen, vollständigen Preisseite und damit der belastbarste Vergleichspunkt. EUR 9.99 für 40 Bilder in einem Stil, EUR 15.96 für 160 Bilder in vier Stilen, Lieferung in zweieinhalb bis vier Stunden. Verlangt werden zehn bis zwanzig Selfies. Zur Trefferquote macht der Anbieter selbst eine Angabe, was in dieser Branche selten ist. Offen bleiben der Serverstandort und die genaue Bedingung der beworbenen Geld-zurück-Garantie.
FormalFrame stammt aus dem Umfeld von HSG und ETH und wurde 2023 in der Schweizer Presse besprochen. Die Website beantwortet automatisierte Anfragen mit HTTP 403, weshalb Preis, Löschfrist und Rückerstattungsbedingung hier unbestätigt bleiben. Aus dem 20-Minuten-Bericht stammen die Angaben von zehn bis fünfzehn nötigen Selfies und rund 90 Minuten Wartezeit. In der Tabelle sind diese Werte als Presseangaben markiert, weil sie nicht aus der Preisseite des Anbieters stammen.
jobfoto.ch verlangt laut eigener Seite CHF 19, 29 oder 39 als Einmalzahlung und nennt eine Wartezeit von 15 Minuten. Es ist der einzige Schweizer Anbieter, der von Anfang an in Franken auszeichnet. Zu Bildzahl, Uploads, Löschfrist und Rückerstattung liess sich am 14.09.2026 nichts Belastbares erheben.
Die internationalen Anbieter, kurz
Aragon AI und HeadshotPro sind die beiden grössten Namen, gemessen an der Zahl der Bewertungen, beide bei 4.7 von 5 mit knapp 7000 beziehungsweise rund 3500 Stimmen. Beide liefern schnell und in grosser Menge. Die Rückerstattungsbedingung von Aragon endet mit dem Herunterladen, HeadshotPro legt einen Gratis-Neuversuch bei.
BetterPic sitzt in der EU und nennt als einziger der grossen Anbieter eine belastbare Löschfrist von höchstens 30 Tagen nach Lieferung, koppelt die Rückerstattung aber an den Start der Berechnung.
Dreamwave ist für diesen Vergleich vor allem deshalb interessant, weil es beweist, dass ein einziges Selfie genügt. Der Anbieter nennt den Rechenzentrumsstandort ausdrücklich, was ihn von den meisten unterscheidet, und schliesst die Rückerstattung ab dem Hochladen aus.
Profilfoto KI und Bewerbungsbild24 sind die deutschen Anbieter mit den klarsten Datenschutzangaben, Hosting in Deutschland beziehungsweise DSGVO-Konformität. Beide sind für Schweizer Kundinnen und Kunden Euro-Anbieter.
Wo wir selbst stehen, und was uns fehlt
Wir liefern acht Bilder in vier Stilen aus einem einzigen hochgeladenen Foto, für CHF 8.90, in rund einer Minute. Wir trainieren kein Modell auf Ihrem Gesicht, wir bearbeiten das eine Bild direkt. Die Anweisung an das Bildmodell beginnt mit einer Verbotsliste: nicht verschmälern, nicht glätten, nicht verjüngen, den Hautton nicht verändern, keine Brille erfinden. Wie das im Einzelnen abläuft, steht unter So funktioniert es, die Beispiele stehen unter Muster.
Vier Punkte sprechen gegen uns, und sie stehen hier, weil sie in einem ehrlichen Vergleich hingehören.
Acht Bilder sind wenig
Die Konkurrenz liefert vierzig bis über hundert. Wenn Sie viel Auswahl wollen, viele Stile durchprobieren und aus einem grossen Stapel aussuchen möchten, sind Sie bei uns falsch. Unsere Überlegung dahinter, dass man für eine Bewerbung ein Bild braucht und nicht hundert, ist eine Positionierungsentscheidung, kein Naturgesetz. Sie kann für Sie falsch sein.
Es gibt keine Vorschau vor dem Kauf
Sie zahlen, bevor Sie ein Ergebnis sehen. Das ist in dieser Branche die Regel und trotzdem ein echter Nachteil, denn es ist die am zweithäufigsten genannte Kaufhürde überhaupt. Was wir stattdessen anbieten: Die Rückerstattung gilt 14 Tage lang, ohne Begründung, und ausdrücklich auch dann, wenn Sie die Bilder bereits heruntergeladen haben. Damit endet unser Anspruch nicht an einem der drei üblichen Auslöser. Ein Ersatz für eine Vorschau ist das nicht.
Wir sind neu und haben keine Bewertungen
Aragon hat rund 6900 Trustpilot-Stimmen, HeadshotPro rund 3550. Wir haben null. Sie können bei uns nicht nachlesen, was andere erlebt haben, und Sie müssen sich stattdessen auf die Musterbilder und auf die Rückerstattungszusage verlassen. Das ist weniger, als ein Vergleichsportal Ihnen liefern würde.
Die Bildberechnung läuft nicht in der Schweiz
Das ist der unangenehmste Punkt, weil wir den Schweizer Datenschutz an mehreren Stellen dieses Artikels als Kriterium eingeführt haben. Unser Webserver steht in Deutschland, die Bildbearbeitung läuft über einen Dienstleister mit Sitz im Vereinigten Königreich, der dafür ein Modell eines US-Anbieters einsetzt, und die Zahlung läuft über einen irischen Zahlungsdienstleister mit Übermittlung in die USA. Wir wären mit einem "Ihre Daten bleiben in der Schweiz" also ein weiterer Anbieter, der etwas behauptet, was der eigene Stack nicht hergibt.
Was wir stattdessen tun: Art. 19 Abs. 4 des Schweizer Datenschutzgesetzes verlangt, dass bei einer Bekanntgabe ins Ausland der Empfängerstaat genannt wird. Wir nennen in der Datenschutzerklärung jeden Empfänger namentlich und mit Land, dazu die Löschfristen. Uns ist kein Mitbewerber bekannt, der das tut. Das ist Transparenz statt Datenhaltung in der Schweiz, und der Unterschied ist Ihnen gegenüber zu benennen, nicht zu verwischen.
Wie Sie einen Anbieter in fünf Minuten selbst prüfen
- Suchen Sie die Rückerstattungsbedingung im Rechtstext, nicht das Garantieversprechen auf der Startseite. Die Frage lautet: Welches Ereignis beendet den Anspruch, das Hochladen, der Start der Berechnung oder das Herunterladen?
- Suchen Sie eine Löschfrist in Tagen oder Stunden. Findet sich keine, ist das die Antwort.
- Prüfen Sie, ob der Serverstandort irgendwo steht. Sieben der zwölf geprüften Anbieter nennen ihn nicht.
- Zählen Sie die geforderten Uploads. Die Zahl steht selten auf der Preisseite, meistens im Hilfebereich oder in den häufigen Fragen.
- Rechnen Sie den Preis auf die Trefferquote um. Nehmen Sie an, dass ein Viertel bis die Hälfte der Bilder brauchbar ist, und vergleichen Sie dann noch einmal.
Und eine Prüfung, die erst nach dem Kauf möglich ist, aber die wichtigste bleibt: Zeigen Sie das fertige Bild jemandem, der Sie täglich sieht, und sagen Sie nicht dazu, woher es stammt. Wenn diese Person stutzt, ist das Bild für eine Bewerbung nicht brauchbar, egal wie professionell es aussieht.
Was aus dem Vergleich folgt
Der Schweizer Markt für KI-Bewerbungsfotos besteht aus zwei Anbietern mit belastbaren Angaben, einem, dessen Website keine Auskunft gibt, und einer grossen Zahl deutscher und amerikanischer Dienste, die für Schweizer Verhältnisse nicht lokalisiert sind. Bei Preisen zwischen CHF 4.70 und CHF 55.65 trägt der Preis die Wahl nicht mehr.
Übrig bleiben drei Fragen: Zeigt das Ergebnis wirklich Sie, unter welcher Bedingung bekommen Sie Ihr Geld zurück, und was passiert mit Ihrem Gesicht, nachdem der Auftrag erledigt ist. Für alle drei gilt dasselbe Prüfkriterium, nämlich ob die Antwort auf der Seite des Anbieters steht oder ob Sie sie sich zusammenreimen müssen.
Ob ein KI-Foto im Bewerbungsdossier überhaupt in Ordnung ist, was Schweizer Personalverantwortliche dazu sagen und wo die Grenze zu Pass und Identitätskarte verläuft, steht im Artikel Darf man ein KI-Bewerbungsfoto verwenden. Unseren eigenen Preis und die vollständige Rückerstattungsregel finden Sie unter Preis.
Quellen
- Real Fake Photos, Preise und Löschfrist, https://www.realfakephotos.com/, abgerufen 2026-09-14
- jobfoto.ch, Schweizer KI-Anbieter, https://jobfoto.ch/, abgerufen 2026-09-14
- 20 Minuten: Diese App macht aus deinen Selfies perfekte Bewerbungsfotos (zu FormalFrame), https://www.20min.ch/story/diese-app-macht-aus-deinen-selfies-perfekte-bewerbungsfotos-240157527948, abgerufen 2026-09-14
- ProfileBakery, eigene Anbieter-Vergleichsseite, https://www.profilebakery.com/de/wissen/bewerbungsfotos/ki-bewerbungsfoto-anbieter, abgerufen 2026-09-14
- Bewerbungsbild24, Pakete und Uploadzahl, https://bewerbungsbild24.de/, abgerufen 2026-09-14
- Profilfoto KI, Preise und Löschung nach 90 Tagen, https://www.profilfoto-ki.de/, abgerufen 2026-09-14
- MeinBewerbungsfoto.de, Pakete, https://www.meinbewerbungsfoto.de/, abgerufen 2026-09-14
- HeadshotPro, Preise, https://www.headshotpro.com/pricing, abgerufen 2026-09-14
- Aragon AI, Preise, https://www.aragon.ai/pricing, abgerufen 2026-09-14
- Aragon AI, Refund Policy, https://www.aragon.ai/refund-policy, abgerufen 2026-09-14
- BetterPic, Preise und Rückerstattungsbedingung, https://www.betterpic.io/pricing, abgerufen 2026-09-14
- Dreamwave, Preise und Rückerstattungsbedingung, https://www.dreamwave.ai/pricing-options, abgerufen 2026-09-14
- CV Pics, Preisseite mit Navigationspunkt KI Bewerbungsfotos, https://www.cvpics.ch/preise-bewerbungsfotos/, abgerufen 2026-09-14
- Robert Half Schweiz: KI-generierte Bewerbungsbilder, https://www.roberthalf.com/ch/de/insights/karriereentwicklung/ki-generierte-bewerbungsbilder-was-recruiter-und-bewerber-wissen-muessen, abgerufen 2026-09-14
- tech.co zur Ringover-Umfrage unter 1087 Recruitern, publiziert 13.08.2024, https://tech.co/news/recruiters-prefer-ai-headshots, abgerufen 2026-09-14
- 20 Minuten: KI-Porträts, erlaubt für Bewerbungen, verboten für den Pass (23.03.2025), https://www.20min.ch/story/bildbearbeitung-portraetfoto-aufpolieren-mit-ki-worauf-du-achten-musst-103308970, abgerufen 2026-09-14
- EZB-Referenzkurse über frankfurter.dev, Basis CHF, https://api.frankfurter.dev/v1/latest?base=CHF&symbols=USD,EUR, abgerufen 2026-09-14
- Trustpilot, Bewertungen zu Aragon AI, https://www.trustpilot.com/review/www.aragon.ai, abgerufen 2026-09-14
- Trustpilot, Bewertungen zu BetterPic, https://www.trustpilot.com/review/betterpic.io, abgerufen 2026-09-14
- Trustpilot, Bewertungen zu HeadshotPro, https://www.trustpilot.com/review/headshotpro.com, abgerufen 2026-09-14
Fragen dazu
Gibt es einen KI-Bewerbungsfoto-Anbieter, der die Bilder in der Schweiz berechnet?
Unter den zwölf Anbietern, die am 14.09.2026 geprüft wurden, wirbt keiner damit. Dreamwave nennt ausdrücklich US-East (Virginia), BetterPic schreibt, die Dienstleister lägen mehrheitlich in der EU, Profilfoto KI nennt Deutschland. Die beiden Schweizer Anbieter Real Fake Photos und FormalFrame machen zum Serverstandort gar keine Angabe. Auch wir berechnen die Bilder nicht in der Schweiz, nennen aber jeden Empfänger und sein Land in der Datenschutzerklärung.
Was kostet ein KI-Bewerbungsfoto in der Schweiz?
Die geprüften Einstiegspakete liegen zwischen CHF 4.70 und CHF 55.65, der Median bei rund CHF 27 (Stand 14.09.2026, Umrechnung zu EZB-Referenzkursen). Der günstigste Schweizer Anbieter mit eigener Preisseite ist Real Fake Photos mit EUR 9.99, also rund CHF 9.40. Zum Vergleich: der Median für das Einstiegspaket eines Schweizer Fotostudios liegt bei CHF 95.
Wie viele der gelieferten Bilder sind wirklich brauchbar?
Real Fake Photos nennt als einziger Anbieter selbst eine Quote und schreibt, typischerweise seien mehr als 20 der über 40 erzeugten Bilder sehr gut, also rund die Hälfte. Der Gründer von Photo AI nannte in einem Interview drei von vier als gut genug und eines von zehn als aussergewöhnlich. In kritischen Trustpilot-Bewertungen nennen Kundinnen und Kunden dagegen Quoten von einem brauchbaren Bild aus vierzig. Für eine Bewerbung braucht man genau eines, die Paketgrösse sagt darüber wenig.
Warum vergleicht ausgerechnet ein Anbieter die Anbieter?
Weil wir die Zahlen ohnehin erhoben haben, um den eigenen Preis festzulegen, und weil es im Schweizer Netz keinen neutralen Vergleich gibt. Wir schreiben deshalb an den Anfang des Artikels, dass wir selbst in der Tabelle stehen, wir nennen unsere eigenen Schwächen in einem eigenen Abschnitt, und wir verlinken jede Zahl auf ihre Quelle, damit Sie nachrechnen können.
Darf ich ein KI-Bewerbungsfoto in der Schweiz überhaupt verwenden?
Für die Bewerbung ja, für Pass und Identitätskarte nein. Die fedpol-Sprecherin Imane Rekkas sagte gegenüber 20 Minuten am 23.03.2025, ein Passfoto dürfe nicht retuschiert oder sonst wie bearbeitet sein, ob mit KI oder anderen Mitteln spiele keine Rolle. Für das Bewerbungsdossier gibt es keine solche Vorschrift, entscheidend ist dort, dass das Bild Sie zeigt.
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Belegte CHF-Preise von 26 Schweizer Fotostudios und 13 KI-Diensten, erhoben am 14.09.2026. Median beim Fotografen CHF 95, bei der KI CHF 27.35.
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